Nun war es soweit, der Jahresabschlusslauf 2020 stand an. Und im Gegensatz zu den letzten Jahren, an denen ich diesen Tag genutzt habe, um meinen aktuellen Leistungsstand zu überprüfen für das bevorstehende Training der neuen Saison, bin ich schon voll im Training in der 10. Woche.

Und im Vorfeld dieses Halbmarathons hatte ich 2 Tage vorher eine HIT Lauf Session mit 15x60s und am Tag davor eine Rad Session mit 60min. LIT + Technik und einen Koppellauf LIT über 6km. Ich startete in das virtuelle Rennen mit entsprechender Vorbelastung. Aber die Ziele bleiben gleich, ich will die SUB90 knacken. Das letzte Ziel für das Jahr 2020.

Am Morgen plante ich mit meine Laufstrecke, die inkl. Einlaufen und Warm-Up danach möglichst exakt 21,1km beträgt und ziemlich genau daheim endet. Und so setze ich relativ viele Elemente meiner Standard Laufstrecken zusammen, dazu ein schönes, letztes Viertel über die Altstadt. Wohlwissend, dass das am Ende starke Steigungen bedeutet.

Kurz vor 15 Uhr startete ich dann mein Abenteuer des virtuellen „Dreams cannot be cancelled Run“ bei besten Wetterbedingungen und spürbar müden Beinen. Beim Einlaufen meldete sich leider noch mein linkes Knie mit leichten Schmerzen, aber die wurden ausgedehnt und aus dem Kopf gelöscht.

Kurz nach 3 dann der Start. Sicherheitshalber 2 Uhren und die notwendige App gestartet. Jetzt heisst es durchbeißen, eine konstante Speed laufen und ein wenig Reserve von Anfang an rauszuholen. Rechnerisch waren 4:16min/km als Durchschnittsgeschwindigkeit für die 21,1km notwendig um exakt die 1:30h zu erreichen. So startete ich bereits in den Halbmarathon Altötting im Herbst. Gleiches Mind-Set, flachere Strecke, höhere Temperatur und im Ergebnis knapp gescheitert mit 1:32,16h.

Die ersten 8 Kilometer konnte ich sehr gut mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4:05-4:10min/km laufen, die Strecke komplett Asphalt, sehr gleichmässig und flach. Dann setzte die erste Ermüdung ein, und ich begann mit der ersten Versorgung mit einem Schluck Wasser und dem mitgeführten Gel aus meiner Premium Rennkiste der Challenge Roth. Das Gel von Power Bar war ekelhaft süß, und schmeckte wirklich alles andere als gut. Werde ich definitiv nie wieder nehmen. Ich bleibe zukünftig wieder bei meinem Maurten Gel. Die Laufgeschwindigkeit zu halten war aber nicht mehr drin und änderte sich auf 4:15min/km auf den nächsten 10km. Jetzt waren es nur noch 3km bis ins Ziel, aber es stand ja noch die Altstadt an. Nach kurzer Berechnung der verfügbaren Restzeit für mein ambitioniertes Ziel entschied ich die Altstadt durchzuziehen. Das heisst steiler langer Anstieg die Altstadt hoch, dann leichter Anstieg bis Ende Altstadt und kurzer Lauf runter aus der Altstadt.

Es war die Hölle, durch die man ja Anfangs sogar offiziell läuft. Der Anstieg reduzierte meine Laufgeschwindigkeit auf 5.20min/km und oben angekommen musste ich sogar eine kurze Trinkpause einlegen bei ein paar Metern Spaziergang. Aber Dank der zeitlichen Reserve konnte ich das ganze mir kurz gönnen. Dennoch sind noch 3km zu absolvieren und die Beine waren fertig. Jetzt ist es eine reine Kopfsache. Mehr als 4:20km/min. ist nun nicht mehr drin. Durch die Stadt raus, am Klinikum vorbei, den Bahnhof runter und raus nach Feldkirchen. Aber ich hatte ganz vergessen, dass es hier nochmal eine Steigung über knapp 300m Länge gibt. Auf dem letzten Kilometer musste ich mich nochmal quälen, mein linker, hinterer Oberschenkel verkrampfte leicht, aber das Ziel war zum Greifen nah. Die letzte Kurve auf die Zielgerade, nochmal Tempo halten und ein banger Blick auf die Uhr, und die App (offizielle Rennzeit).

Ein Blick in die Leistungsdaten zeigt nochmal schönen Rennverlauf und wie ich zwar konstant, aber immer langsam werdender Richtung Ziel lief.

Geschafft, 1:29,28h ist die offizielle App Zeit von mika:timing. Meine erste SUB90 über die volle Distanz. Die nächste Schwelle ist gerissen. Ich bin nur noch überglücklich, das Jahr endet mit einem neuen Meilenstein.

Die Basis ist geschaffen für eine erfolgreiche Saison 2021. Mit aktuell schon geplanten Rennen am 13.06.2021 beim Triathlon Ingolstadt über die Mitteldistanz und dem Saison Highlight am 05.07.2021 bei der Challenge Roth 2021.

Auf das offizielle Ergebnis musste ich bis zum 03.01.2021 warten, denn der Lauf war bis zum 02.01.2021 durchführbar. Auch hier eine positive Überraschung, Gesamtplatzierung: Platz: 51 und und in der AK40 auf Platz 12. Das ist Wahnsinn, weit vorne im großen Teilnehmerfeld. So kann es weitergehen.

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