Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen des 13. Virtual Ironman über eine olympische Distanz, und auch die 4. Auflage der Championship Series die vorschreibt alles innerhalb von 12h durchzuziehen.

Ich habe mir viel vorgenommen, denn es war ein besonderer Tag. Der Tag an dem mein Vater 70. Jahre alt geworden wäre. Also wollte ich neue Bestzeiten aufstellen und ein perfektes Rennen in dieser verrückten Zeit abliefern. Und es sollte auch erstmal mein letztes Rennen dieser Serie werden, da die wöchentlichen Veranstaltungen mein Trainingsprogramm doch empfindlich stören.

Mein Plan war einfach, vor dem Frühstück mit einem Kaffee im Bauch die schnellen 3km absolvieren auf meiner Hausrunde. Danach lecker frühstücken und kurz vorm Mittag die 40km Radstrecke Indoor absolvieren. Dann gut Essen und gemütlich das Bundesliga Finale anschauen, danach auf die finalen 10km Laufen.

Gesagt, getan und um 8:47 Uhr startete ich das Abenteuer Ironman VR13. Der Tag war auch sehr heiß angekündigt, von daher war der frühe Start von Vorteil. Aus den vorherigen Rennen hatte ich bereits gelernt, nicht direkt los zu sprinten sondern konstant in hohem Tempo zu Laufen. Auch habe ich dieses Mal die Richtung geändert und bin den Weg gegen den Uhrzeigersinn gelaufen.

Es lief von Anfang an gut und ich konnte mit einer Pace unter 4min/km sehr lange Laufen. Auf der langen Gerade auf der Straße habe ich dann noch bewusst Intervalle eingebaut zwischen den Leitpfosten. Alles um eine hohe Endgeschwindigkeit zu erzeugen und Reize zu setzen. Das Ergebnis gab mir Recht, 11:33 min. standen am Ende auf der Uhr, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 3:50min/km entspricht.

Das war ein vielversprechender Start. Der Plan schien zu funktionieren. Jetzt folgte ein leckeres Frühstück, Kinder waren nicht zu sehen und weiter im Tiefschlaf. Grob eine Stunde später ging ich dann an die Vorbereitung meines Radrennens, leider hätte das offizielle Rennen erst um 20:20 Uhr gestartet, das war mir zu spät. Ich legte auf der offiziellen Rennstrecke ein eigenes Rennen ein und hatte tatsächlich einen weiteren Mitfahrer. Ein wenig Renngefühl war so denkbar. Aber der andere machte mir schon Angst, in seinem Profil stand eine FTP von 274 Watt, das sind Welten im Vergleich zu meiner aktuellen FTP von 250 Watt. Um Punkt 11 Uhr startete mein Rennen. Überraschenderweise konnte ich mich von Beginn an absetzen. Die Strecke selbst wurde mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad bewertet und hatte 3-4 starke Steigungen auf ihren 40km.

Dementsprechend anstrengend wurde das Rennen dann auch. Die Steigungen kam ich gerade mal mit 12-16km/h hoch, dafür hate ich auch Abfahrten mit fast 60 km/h. Auch dieses Rennen fühlte sich in Summe gut an und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 35 km/h war ich nach 1:08:49h im Ziel, knapp 2,5km vor meinem Gegner. Das hatte somit auch wunderbar gepasst. Und auch die Beine fühlten sich gut an, wenig direkte Erschöpfung zu fühlen.

Danach gönnte ich mir erstmal eine Dusche um die ersten Belastungen ein wenig zu lockern. Zur Mittagszeit waren dann alle Kinder ausgeflogen und so gab es für mich erstmal Nudeln. Jetzt begann das normale Wochenende mit ein wenig Hausarbeit und Einkaufen. Und um 15:30 Uhr fest eingeplant das aktive Entspannen beim letzten Bundesliga Spieltag. Ziel hier natürlich eine gute Hydrierung und ein paar Vitamine für den bevorstehenden 10km Lauf. Etwas besorgt war ich allerdings über die Unwettermeldung auf meinem Handy.

Um 18.03 Uhr startete ich dann in die finalen 10km. Also genug Zeit um bis 20:47 Uhr zu finishen. Ein Blick in den Himmel verhieß aber nichts gutes, hinter Sehensand waren sehr, sehr schwarze Unwetterwolken zu sehen. Egal ich musste los. Anstatt um den Flugplatz entschied ich mich aus Sicherheitsgründen wieder die Runde vom Morgen zu nehmen und diese 4x zu umrunden. So wäre ich nah genug an zuhause bei einem eventuell Unwetter.

Die ersten beiden Runden zeigten auch eine gute Fitness und meine Pace war in sehr guten 4:05 – 4:10 min/km. Aber der Himmel wurde immer dunkler und ich entschied mich nach links weg zu laufen, um den Wolken zu entkommen. Es war in Summe keine gute Idee und das Unwetter mit Regen, Hagel, Blitzen und Gewitter legte genau über mir los. Ich war auf freiem Feld in der Nähe des Sportplatzes. Ich brauchte einen Unterschlupf und fand glücklicherweise einen Schrebergarten, der offen und von netten Menschen bewohnt war. Ich fragte ob ich mich unterstellen durfte und wurde sehr nett empfangen mit Wasser, Handtuch und einer sicheren Unterkunft. Da ich den Lauf nach 6,9km gestoppt hatte wusste ich, dass dieses Rennen nicht gewertet wird. Nach knapp 20min. bin ich dann heim gejoggt und habe dort erstmal Abend gegessen. Ich ärgerte mich maßlos über das verpatze letzte Rennen.

Ich schaute nochmal auf die Uhr, 19:50 Uhr also genug Zeit das ganze nochmal zu starten. Und so startete ich Punkt 20 Uhr erneut auf meine klassische Top-Gun Runde. Mit vollem Magen legte ich los, wohlwissend, dass ich maximal 47min. brauchen darf um nicht disqualifiziert zu werden. Aber Aufgeben war nie eine Option für mich, das war ich mir schuldig.

Das Rennen gestaltete sich von Anfang an zäh, die Vorbelastung knapp eine Stunde zuvor plus das Abendessen waren deutlich in den Zeiten zu spüren. Dennoch war mein Ziel nicht aufzugeben und wenigstens die 10km zu absolvieren. Und tatsächlich konnte ich das Rennen abschließen, mit 45:31 min. und damit 1:30min. vor Zielschluss. Megaglücklich lud ich den Datensatz hoch und war erleichtert, das Rennen wurde gewertet.

In Summe absolvierte ich diese 13. Auflage des virtuellen Ironman in 2:05:32 h und damit in einer passablen Zeit und mit Sicherheit im Rahmen der Umstände hochzufrieden. Final liege ich damit auf Rang 274 von 1.449 Teilnehmern die ankamen. Und von den deutschen Startern in der Altersklasse 40-44 bin ich auf Rang 10 gelandet. Damit habe ich das Rennen unter den Top 20% abgeschlossen, eine Leistung die ich sehr zu schätzen weiss.

Aber ich denke das war mein letztes Rennen erstmal in der VR Serie, da die wöchentlichen Rennen doch meinen Trainingsplan empfindlich gestört haben. Ich werden die Ergebnisse nochmal bewerten und vergleichen, aber ab jetzt wieder ins konsequente Training und die gezielte Vorbereitung auf den Halbmarathon Ingolstadt einsteigen. Ich will die knapp 375 Tage bis zur Challenge Roth 2021 jetzt für den Aufbau einer guten Grundlage in diesem Jahr verwenden und viele Kilometer runterlaufen und fahren. Das Ziel unter 10h bei der Challenge Roth zu kommen ist aktiviert und liegt im Bereich des machbaren. Los geht’s …

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